Johannisbeerkuchen auf 4 Arten: Hefe-, Rühr-, Mürbeteig und Baiser

Johannisbeeren zählen zu den dankbarsten Früchten des Sommers. Sie reifen mitten in der Saison, schmecken angenehm säuerlich und ergänzen sich im Kuchen wunderbar mit süssem Teig. Genau darum gehört Johannisbeerkuchen zu den Sommerklassikern, auf die sich jedes Jahr die ganze Familie freut.

Es gibt gleich mehrere Arten, ihn zuzubereiten, und jede hat ihre Anhänger. Wir haben vier bewährte Varianten zusammengestellt: einen luftigen Hefekuchen mit Streuseln, einen saftigen Rührkuchen, einen knusprigen Mürbeteigkuchen und einen festlichen Kuchen mit Baiserhaube. Wählen Sie nach Geschmack und danach, wie viel Zeit Sie haben.

Was Sie für die Zubereitung brauchen

Die Basis bleibt immer gleich: frische oder tiefgekühlte Johannisbeeren und ein guter Teig. Waschen Sie die Früchte, lassen Sie sie abtropfen und entfernen Sie die Stiele am einfachsten mit einer Gabel, die Sie durch die Rispe ziehen. Tiefgekühlte Johannisbeeren geben Sie ungetaut in Teig oder Baiser, sonst tritt zu viel Saft aus.

Johannisbeeren sind von Natur aus säuerlich, scheuen Sie also den Zucker nicht: Rund 150 bis 200 g auf 500 g Früchte ist ein übliches Verhältnis. Rote Johannisbeeren sind milder und wirken hübsch unter der weissen Baiserhaube, schwarze schmecken kräftiger und leicht herb. Beide eignen sich für den Kuchen und lassen sich austauschen.

Ein kleiner Trick zum Schluss: Bevor Sie die Johannisbeeren in Rühr- oder Biskuitteig geben, wenden Sie sie in einem Löffel Mehl. So sinken sie beim Backen nicht auf den Boden, sondern verteilen sich schön im ganzen Kuchen.

Johannisbeerkuchen aus Hefeteig mit Streuseln

Der Hefeteig macht den Kuchen luftig und saftig wie Buchteln. Er braucht wegen der Gehzeit etwas mehr Zeit, das Ergebnis lohnt sich aber. Süsse Butterstreusel obendrauf gleichen die Säure der Johannisbeeren schön aus.

Teig: 500 g Weissmehl, 25 g frische Hefe, 2,5 dl lauwarme Milch, 75 g Kristallzucker, 75 g weiche Butter, 2 Eigelb, eine Prise Salz, Schale einer Zitrone.

Ausserdem: 500 g Johannisbeeren, 2 EL Zucker für die Beeren.

Streusel: 150 g Mehl, 100 g Zucker, 100 g kalte Butter.

Zubereitung:

  1. Aus Hefe, einem Teelöffel Zucker und etwas lauwarmer Milch einen Vorteig ansetzen und 10 bis 15 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.
  2. Mehl mit dem restlichen Zucker, Salz und Zitronenschale mischen. Vorteig, restliche Milch, Eigelb und weiche Butter dazugeben und zu einem glatten, geschmeidigen Teig verarbeiten.
  3. Den Teig zugedeckt an einem warmen Ort 1 bis 1,5 Stunden gehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat.
  4. Für die Streusel die kalte Butter in Würfel schneiden und mit den Fingern mit Mehl und Zucker zu groben Streuseln verarbeiten.
  5. Den aufgegangenen Teig auf einem gefetteten und mit Mehl bestäubten Blech gleichmässig ausbreiten.
  6. Dicht mit den mit Zucker bestreuten Johannisbeeren belegen und die ganze Fläche mit Streuseln bestreuen.
  7. Im auf 170 bis 180 Grad vorgeheizten Ofen rund 25 bis 35 Minuten backen, bis die Streusel schön goldbraun sind.

Gerührter Johannisbeerkuchen

Der Rührkuchen ist schnell gemacht und zuverlässig. Butter und Zucker werden schaumig geschlagen, Eier und Mehl dazugegeben, fertig ist der Teig. Praktisch, wenn der Kuchen ohne Wartezeit auf den Tisch soll.

Zutaten: 250 g weiche Butter, 220 g Kristallzucker, 1 Vanillezucker, 4 Eier, 280 g Weissmehl, 1 Päckchen Backpulver, eine Prise Salz, 450 g Johannisbeeren, 1 bis 2 EL Mehl zum Wenden.

Zubereitung:

  1. Die weiche Butter mit Zucker und Vanillezucker zu einer hellen, luftigen Masse aufschlagen.
  2. Nach und nach die Eier einzeln unterschlagen, bis sie sich gut verbunden haben.
  3. Mehl mit Backpulver und Salz mischen und nur so lange unterrühren, bis sich alles verbindet.
  4. Den Teig gleichmässig auf einem gefetteten Blech verstreichen.
  5. Die Johannisbeeren in einem Löffel Mehl wenden, damit sie nicht absinken, und über den Teig streuen.
  6. Bei 180 Grad rund 40 bis 50 Minuten backen, bis eine Stäbchenprobe sauber bleibt.
  7. Vollständig auskühlen lassen, erst dann anschneiden. Beim Auskühlen wird der Kuchen noch fester.

Johannisbeerkuchen mit Mürbeteig

Der knusprige Mürbeteig folgt dem bewährten Verhältnis von drei Teilen Mehl, zwei Teilen Butter und einem Teil Zucker. Unter den säuerlichen Johannisbeeren macht er sich hervorragend und der Kuchen hält gut die Form. Ein Teil des Teigs wird anstelle von Streuseln obendrauf gerieben.

Zutaten: 300 g Weissmehl, 200 g kalte Butter, 100 g Puderzucker, 2 Eigelb, Schale einer Zitrone, eine Prise Salz, 450 g Johannisbeeren, 2 EL Zucker für die Beeren, 1 EL grober Griess.

Zubereitung:

  1. Mehl mit Puderzucker, Salz und Zitronenschale mischen. Die in Würfel geschnittene kalte Butter dazugeben und mit den Fingern rasch zu einer krümeligen Masse verarbeiten.
  2. Die Eigelb dazugeben und den Teig nur leicht zusammendrücken. Nicht lange kneten, damit er mürbe bleibt.
  3. Den Teig in zwei Teile teilen, rund zwei Drittel und ein Drittel. Das kleinere Stück einwickeln und mindestens 30 Minuten ins Gefrierfach legen, den Rest in den Kühlschrank.
  4. Das grössere Stück in eine gefettete Form oder ein kleineres Blech drücken und einen niedrigen Rand hochziehen. Den Boden mit einer Gabel einstechen und mit dem groben Griess bestreuen, der den Saft aufnimmt.
  5. Die Johannisbeeren mit Zucker mischen und auf dem Boden verteilen.
  6. Das gefrorene Teigstück grob über die ganze Kuchenoberfläche reiben.
  7. Bei 180 bis 185 Grad rund 35 bis 40 Minuten goldbraun backen. Nach dem Auskühlen mit Puderzucker bestäuben.

Johannisbeerkuchen mit Baiser

Eine festliche Variante mit einer leichten Baiserhaube. Der knusprige Boden wird vorgebacken, darauf kommt das mit Johannisbeeren vermischte Baiser, und alles wird kurz fertig gebacken. Etwas Stärke im Baiser sorgt dafür, dass es keinen Saft zieht.

Boden: 320 g Weissmehl, 200 g kalte Butter, 100 g Puderzucker, 4 Eigelb, eine Prise Salz.

Baiser: 4 Eiweiss, 180 g Kristallzucker, 2 EL Maizena.

Ausserdem: 500 g Johannisbeeren.

Zubereitung:

  1. Aus Mehl, kalter Butter, Puderzucker, Eigelb und Salz rasch einen Mürbeteig verarbeiten und 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
  2. Den Teig auswallen und ein gefettetes Blech damit auslegen. Den Boden mit einer Gabel einstechen und bei 180 Grad rund 15 Minuten vorbacken, bis er leicht fest ist.
  3. Inzwischen aus dem Eiweiss mit einer Prise Salz einen steifen Baiser schlagen. Unter ständigem Schlagen nach und nach den Zucker einrieseln lassen, bis das Baiser glänzend und fest ist, zum Schluss die Maizena unterrühren.
  4. Die Johannisbeeren vorsichtig unter das Baiser heben, damit die Früchte ganz bleiben.
  5. Die Baiser-Johannisbeer-Masse auf dem vorgebackenen Boden verstreichen.
  6. Zurück in den Ofen geben und bei 180 Grad noch rund 20 Minuten backen, bis das Baiser obenauf leicht goldbraun ist.
  7. Den Kuchen auf dem Blech auskühlen lassen, erst dann anschneiden, sonst reisst das Baiser.

Am besten schmeckt jeder dieser Kuchen mit Johannisbeeren, die Sie selbst gepflückt haben. Eine Übersicht der Höfe mit Selbstpflücke in Ihrer Nähe finden Sie auf der Karte.

Aktualisiert: 22. August 2026

Mehr aus dem Magazin

Frische Erdbeeren, Beeren und Früchte direkt vom Feld finden Sie in der Übersicht der Höfe zum Selberpflücken oder auf der Karte aller Höfe; aktuelle Preise und Termine stehen unter Saison und Preise, Kirschen unter Kirschen selber pflücken.